Eine Wohnstätte der Götter - rätselhaft und mythisch
PRASAT PHNOM RUNG ist ein Tempelbezirk im heutigen Thailand. Die Tempelanlage liegt etwa 50 km südlich von der Provinzhauptstadt Buriram entfernt und thront in einer Höhe von 381 Metern auf einem alten erloschenen Vulkan. Nebst seinem filigranen Figurenschmuck ist die kosmische Ausrichtung seiner Längsachse von besonderer Bedeutung. Hier scheint an bestimmten Tagen im Jahr die Sonne durch den gesamten axialen Korridor mit insgesamt 15 Pforten auf einer Länge von 75 Metern hindurch.
Die Anlage Phnom Rung symbolisierte einst die Wohnstätte von Shiva auf dem heiligen Weltberg Meru und wurde zwischen dem frühen 10. Jh. und dem späten 12. Jh. an der heute fast vollständig verfallenen antiken Pilgerstrasse errichtet, die Angkor mit Phimai, einem weiteren Juwel des Khmerreiches in Thailand, verband. Das Zentralheiligtum wurde von Narendraditya, einem lokalen Herrscher und Verwandten des Khmerkönigs erbaut, der sich später dorthin zurückzog und der sich dort bis zum Ende seines Lebens ganz der spirituellen Tradition eines Yogi und Gurus widmete.
Der Tempelbezirk wurde für den Shiva-Kult einer hinduistischen Tradition der Pasupata-Sekte geschaffen, die von Lakulisa im 2. Jahrhundert in Indien gegründet wurde. Narendraditya, der Bauherr von Phnom Rung, gehörte dieser Pasupata-Sekte an. In ihren Ritualen wurde Yoga praktiziert, Totenköpfe als Kelche und Alkohol als berauschende Getränke gebraucht. |